Konjunkturumfrage: Mit viel Schwung ins neue Jahr

08.01.2018 Ruhrwirtschaft branchenweit optimistisch - Fachkräftemangel als Wachstumsbremse

Essen. Das 2. Halbjahr 2017 war aus wirtschaftlicher Sicht ein sehr gutes. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Arbeitsgemeinschaft „arbeitgeber ruhr“ unter rund 2.300 Unternehmen in der Ruhrregion, bei dem auch die Mitglieder des Essener Unternehmensverbandes (EUV) befragt wurden. Die aktuelle Geschäftslage wird dabei unverändert von 88 % mit „gut“ oder „befriedigend“ bewertet, das ist Höchststand seit Umfragebeginn im Jahre 2002. Verbessert hat sich auch die Situation in der Metall- und Elektroindustrie: Hier liegt der Anteil der Positiv-Meldungen hinsichtlich Auftragseingang bei 62/72 % (Inland/Ausland) und bei 74 % beim Umsatz. Auffällig ist besonders die weitere Verbesserung beim Auslandsgeschäft (von 67 auf 72 % Positivmeldungen). „Das der Trend im zweiten Halbjahr weiter stabil nach oben zeigte, ist ein erfreulich positives Signal der verarbeitenden Betriebe“, bewertet Dr. Henner Puppel, EUV-Vorsitzender, die Zahlen. „Wir können mit der gebotenen Vorsicht durchaus von einer nachhaltig sehr guten Konjunkturlage sprechen, und das über alle Branchen hinweg.“

Entlassungen kein Thema, aber Fachkräftemangel
Die Ergebnisse zeigen zudem eine positive Beschäftigungs- und Ausbildungssituation in der Gesamtwirtschaft und auch in der M+E-Industrie. So gab es in der Gesamtwirtschaft keine Kurzarbeit oder betriebsbedingte Entlassungen (Anteil in der M+E-Industrie lediglich bei 6,1 %). Der Anteil an Mehrarbeitsbedarf bzw. Neueinstellungen von 42 % (Gesamtwirtschaft) bzw. 44 % (M+E) lässt auf eine Fortdauer der Konjunktur-Belebung schließen. Die Ausbildungsplatzbilanz in der Gesamtwirtschaft ist mit einem Saldo von +10 ebenfalls positiv, genauso wie in der M+E-Industrie mit +6. Es kommt damit Bewegung in den Ruhr-Arbeitsmarkt und auch der Ausbildungsmarkt entwickelt sich weiter positiv.

„Die größte Gefahr für den Aufschwung ist aber mittlerweile der Fachkräftemangel. Immer häufiger stoßen unsere Mitgliedsfirmen dadurch an Produktionsgrenzen“, mahnt Puppel. Mehr als jedes zweite Unternehmen gab dieses als ernstes Problem in der Umfrage an.

Ausblick 2018 weiter positiv
Die Konjunkturprognosen der Gesamtwirtschaft für das 1. Halbjahr 2018 sind weiter optimistisch, unterfüttert mit steigender Investitionsneigung – jedenfalls im Inland. Die Schere zwischen Gesamtwirtschaft und M+E-Industrie bleibt allerdings bestehen, weil bei M+E der Optimismus etwas schwächer ausgeprägt ist.

Die Investitionsplanungen sind sowohl in der Gesamtwirtschaft (von 57 auf 71 %) als auch bei M+E gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigend (70 gegenüber 76 %), was ein gutes Signal ist.

Und auch die Aussichten für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Gesamtwirtschaft sind rosig - beide Prognose-Salden liegen deutlich (+24/+14) im Plus. Gleiches gilt für die M+E-Industrie, wobei der Ausbildungssaldo vom Minus ins Plus gedreht ist (-2 zu +10), der Beschäftigungssaldo erfreulicherweise von einer Null-Basis auf +15 steigt.

Resümee
Der EUV sieht dennoch Luft nach oben: „Die aktuellen Zahlen sind ein deutlich positives Zeichen: Aber im Vergleich mit konkurrierenden Standorten in Deutschland fehlt der Ruhrregion nach wie vor eine nachhaltige Dynamik. Wir brauchen eine gezielte Infrastrukturoffensive -herkömmlich wie digital- und vor allem mehr Ausweisungen von Industrie- und Gewerbeflächen, damit sich neue Unternehmen hier ansiedeln und bestehende Firmen entwickeln können. Nur mit einem wirtschaftsfreundlichen Klima (z. B. niedrigere Grund- und Gewerbesteuern) und Investitionen in die Zukunft können wir langfristig konkurrenzfähig werden“, so Puppel abschließend in Richtung der politischen Entscheidungsträger.

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