Forderungen der IG Metall völlig absurd

11.10.2017 Kanders: „Die Arbeitszeitgestaltung muss krisentauglich sein, sonst geht die Wettbewerbsfähigkeit Essener Betriebe verloren. Das wäre pures Gift für unseren Standort und hätte Tarifflucht und Abwanderung zur Folge.“

Essen. Der Essener Unternehmensverband (EUV) kann über die Forderungen der IG Metall nach 6-prozentiger Entgelterhöhung und Rechtsanspruch auf eine Vier-Tage-Woche nur den Kopf schütteln. „Für die Unternehmen der Essener M+E-Industrie ist mehr Flexibilität in der Arbeitsgestaltung bereits eine Selbstverständlichkeit. Wir müssen das Bedürfnis des Einzelnen aber mit dem betrieblichen Bedarf in Einklang bringen. Nur so können unsere Unternehmen wettbewerbsfähig und krisentauglich agieren“, sagt Ulrich Kanders, EUV-Hauptgeschäftsführer. Eine solche Forderung sei auch deshalb absurd, weil Unternehmen über flexible Arbeitszeitkonten heute ohnehin schon – wo immer vertretbar – die Arbeitszeit an die persönliche Lebenssituation der Arbeitsnehmer anpassen würden.

Viele Essener Firmen haben zunehmend am Fachkräftemangel zu tragen. Ein tariflicher Anspruch auf reduzierte Arbeitszeit würde die Situation nur noch verschärfen, so Kanders. „Insbesondere in kleinen und mittelständischen Betrieben ist ein Recht auf eine Vier-Tage-Woche samt Rückkehrrecht in Vollzeit kaum zu organisieren. Unsere tarifgebunden Mitglieder dürfen zudem nicht durch noch höhere Lohnkosten belastet werden, wenn wir eine Tarifflucht verhindern wollen“, fordert Kanders und lehnt die 6-Prozent-Forderung der IG Metall als völlig überzogen ab.

IG Metall kann nicht das Prinzip von Leistung und Gegenleistung aufheben
Sollten die Unternehmen künftig per Tarif dazu gezwungen werden, einen Lohnzuschuss bei auf 28-Stunden reduzierter Arbeitszeit für nicht geleistete Arbeit zu zahlen, widerspräche das jeglichem rationalen Verstand und auch dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Von der finanziellen – und auch nicht tragbaren - Belastung für die Unternehmen ganz zu schweigen. „Die IG Metall kann nicht einfach das Prinzip von Leistung und Gegenleistung aufheben. Im Schnitt verdient ein M+E-Angestellter in NRW im Jahr 55.000 Euro. Das ist bereits überdurchschnittlich. Neue Regelungen mit reduzierter Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich dürfen die Arbeitskosten nicht noch teurer machen, wenn man eine Abwanderung der Arbeitsplätze ins Ausland verhindern möchte“, sorgt sich Kanders um die Zukunft des Essener Industriestandorts sowie auch um die Zukunft des Flächentarifs schlechthin.

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