Forderungen der IG Metall sind illusorisch

13.12.2017 Kanders: „Angesichts unseres Fachkräftemangels ist eine Flexibilisierung der Arbeitszeit nur nach unten eine wirtschaftliche Vollbremsung.“

Essen. Die Metallarbeitgeber in Essen haben für die morgigen (14.12.) Tarifverhandlungen erheblichen Gesprächsbedarf beim Thema Arbeitszeit angemeldet. Dabei gehe es ausdrücklich auch um ein höheres Arbeitsvolumen, wenn Markt und Kunden dies verlangten, betont Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer des Essener Unternehmensverbands (EUV). Erst wenn Unternehmen die notwendige Flexibilität bei der Arbeitszeit erhielten, könne auch über die individuellen Wünsche von Mitarbeitern nach reduzierter Arbeitszeit gesprochen werden. „Wir werden nur Arbeitszeitregelungen vereinbaren, die den betrieblichen Bedarf und die Anforderungen der Kunden berücksichtigen“, sagt Kanders mit Blick auf die aktuellen Tarifverhandlungen in der M+E-Industrie mit ihren vier Millionen Beschäftigten.

„Von unseren Mitgliedsfirmen wissen wir, dass es schon heute viele Möglichkeiten für Arbeitnehmer gibt, ihre Arbeitszeit zu verkürzen und später wieder auf die vorherige Stundenzahl zurückzukehren“, erklärt Kanders weiter. Eine Befragung der IG Metall zeige zudem, dass viele Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit sogar lieber erhöhen würden: 32 Prozent der Befragten würden gerne länger als 35 Stunden arbeiten. Bei der Diskussion komme der Umstand viel zu kurz, dass die Unternehmen in Deutschland ohnehin mit den weltweit kürzesten Arbeitszeiten auskommen müssten. „Eine weitere Absenkung würde diese im internationalen Vergleich schon schwierige Position noch weiter verschlechtern“, sagt Kanders.

Hohe Arbeitskosten entscheidender Standort-Nachteil

Der EUV sieht in den hohen Arbeitskosten in Deutschland einen weiteren Standortnachteil. 42,80 Euro kostete 2015 im Schnitt die Arbeitsstunde in der M+E-Industrie, mehr als in fast allen anderen Industriestaaten. Eine Tariferhöhung um nur ein Prozent würde die Betriebe schon insgesamt etwa 2,4 Milliarden Euro im Jahr kosten. Die IG Metall fordert aktuell eine Entgelterhöhung um ganze 6 Prozent.

Die Kostenunterschiede fielen zunehmend ins Gewicht, weil viele Wettbewerber in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei Produktivität, Qualität und Qualifikation ihrer Beschäftigten gemacht hätten. Zudem seien die Arbeitskosten in vielen europäischen Ländern gleich geblieben oder sogar gesunken.

Flexibilität und eigenbestimmtes Arbeiten fördern

Der Essener Verband ruft die Gewerkschaften für die Verhandlungen deshalb dazu auf, gemeinsam das Arbeitszeitgesetz dahingehend anzupassen, dass z.B. die tägliche durch eine wöchentliche Maximalarbeitszeit ersetzt wird. Zudem sollte eine Mindestruhezeit bei der selbstgewählten Lage der Arbeitszeit nicht eingehalten werden müssen und kurzfristige Unterbrechungen die Mindestruhezeit nicht neu in Gang setzen. „Dadurch werden keine bestehenden Schutzstandards verdrängt oder die Gesundheit der Arbeitnehmer gefährdet, sondern Flexibilität und eigenbestimmtes Arbeiten gefördert. Beim Thema Entgelterhöhung muss die IG Metall ebenfalls auf dem Teppich bleiben und darf den Produktionsstandort Deutschland nicht gefährden“, mahnt Kanders abschließend.

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