Fachkräfte dringend gesucht!

25.04.2017 EUV: Unternehmen müssen mehr in Aus- und Weiterbildung investieren

Essen. Unternehmen finden immer schwerer Fachkräfte: Deutschlandweit können Firmen bereits etwa jede zweite Stelle nur schwer besetzen, wie eine Studie des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) zeigt. Fachkräfte fehlen vor allem in der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege sowie in Mechatronik, Bauelektrik und Automatisierungstechnik. Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer des Essener Unternehmensverbandes (EUV), mahnt mit Blick auf die aktuellen Zahlen: „Unternehmen, Jugendliche und Arbeitslose müssen gleichermaßen flexibler werden“

Die KOFA-Studie vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Jede zweite Stelle in Deutschland wird in einem so genannten „Engpass-Beruf“ ausgeschrieben. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. In Essen liegt die Engpassquote aktuell bei 32,8 Prozent. Im Vergleich dazu waren in Baden-Württemberg im Monatsdurchschnitt 2016 über 70 Prozent der Stellen schwer zu besetzen. „Diese Zahlen sollten aber auch für Firmen in unserer Stadt und der Ruhrregion ein Aufruf zum Handeln sein“, erklärt Kanders. Die Forscher sind sich einig, dass in den nächsten Jahren keine Besserung in Sicht ist. In Westdeutschland geht innerhalb der nächsten 15 Jahre jeder dritte Arbeitnehmer in Rente. „Die Fachkräftelücke wird also nicht kleiner, sondern größer“, so Kanders. „Darum müssen Unternehmen bereits heute die richtigen Schritte einleiten. Vor allem im sozialen und technischen Bereich fehlt qualifiziertes Personal. Das hat langfristig auch bedrohliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Leider gibt es kein einfaches Patentrezept gegen Fachkräftemangel.“

Die Studie des KOFA zeigt hier mögliche Wege für Unternehmen auf: Überregionale Stellenausschreibung und vermehrtes Engagement in Aus- und Weiterbildung. „Qualifizierungsmaßnahmen der vorhandenen Mitarbeiter bieten für alle Beteiligten einen Gewinn. Das Unternehmen kann eigene Fachkräfte aufbauen und signalisiert gleichzeitig den Mitarbeitern, dass gute Zukunftsperspektiven vorhanden sind. Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung sind für den Bewerber wichtige Faktoren bei der Arbeitsplatzsuche“, erklärt Kanders.

Unternehmen seien aufgerufen auch überregional nach passenden Bewerbern zu suchen. „Die modernen Kommunikationsmittel bieten jede Möglichkeit Bewerbungsgespräche per Videotelefonie über das Internet durchzuführen. Das sollten Unternehmen ausnutzen.“ In diesem Zuge, sagt Kanders, müsse aber auch an die künftigen Auszubildenden appelliert werden. Jugendliche seien zunehmend aufgefordert bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz auch über Stadtgrenzen hinaus zu schauen. Gerade bei der räumlichen Dichte des Ruhrgebietes öffneten sich bei entsprechender Flexibilität jedem Jugendlichen Chancen auf einen attraktiven, vielleicht sogar den Wunsch-Ausbildungsplatz.

Denn häufig werden schon im benachbarten Arbeitsagenturbezirk Bewerberüberschüsse in Berufen verzeichnet, die in Essen als Engpass gelten.

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