EUV kritisiert Vorstoß zur Einführung eines Azubi-Mindestlohns

09.04.2018 Kanders: „Grund für hohe Zahl der Ausbildungsabbrüche ist nicht die Vergütung, sondern eine schlechte Berufsorientierung.“

Essen. Der Essener Unternehmensverband (EUV) zeigt sich mit Blick auf den in der Wirtschaft immer spürbarer werdenden Fachkräftemangel besorgt über die jüngst veröffentlichten Zahlen von Ausbildungsabbrüchen. Laut Verband liegen die Gründe, warum mehr als 25 Prozent der Ausbildungen nicht abgeschlossen werden, aber nicht in einer zu geringen Vergütung, sondern hauptsächlich in einer schlechten Berufsorientierung bei Jugendlichen. „Die in der Studie genannten Gründe für einen Abbruch der Lehre haben nichts – wie vom DGB propagiert – mit schlechter Ausbildungsvergütung zu tun. Vielmehr sind Konflikte im Betrieb, ungünstige Arbeitsbedingungen und vor allem falsche Berufsvorstellungen die ausschlaggebenden Gründe, abzubrechen. Hier müssen wir weiter ansetzen“, meint Ulrich Kanders, EUV-Hauptgeschäftsführer. „Unser Verband vernetzt seit Jahren mit dem Arbeitskreis SchuleWirtschaft die schulische und die betriebliche Welt, ist Teil des regionalen KAoA-Netzwerks und unterstützt Initiativen zur Berufsorientierung bei Essener Schülern, u.a. die Ausbildungsoffensive. Wir fordern außerdem seit langem, endlich das Schulfach Wirtschaft flächendeckend einzuführen“, erläutert Kanders weiter. Denn nur wer frühzeitig wisse, welchen Beruf er später ausüben möchte, würde seine Ausbildung nicht abbrechen, ist sich der Hauptgeschäftsführer sicher.

Azubi-Mindestlohn ändert gar nichts
Adressiert an Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), die die Einführung eines Azubi-Mindestlohns prüfen will, ergänzt Kanders: „Entgelt und Ausbildungsvergütung sind Sache der Tarifpartner – und dabei sollte es auch bleiben. Ein Azubi-Mindestlohn wird an den Zahlen nichts ändern. Nur wenn wir es schaffen, die frühzeitige berufliche Orientierung in den Schulen konsequenter zu verankern, wird die Zahl der Lehrabbrüche sinken.“

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